Loks einmessen: Wofür brauche ich den Bremsausgleich?

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Was ist der Bremsausgleich und wofür brauche ich ihn?

Auszug aus dem TC-Handbuch (S. 135f):

"Der Bremsausgleich ist ein Wert, der das Verhalten und die Trägheit einer Lok beim Abbremsen beschreibt. Dieser Wert wird u.a. dazu benutzt, um vom Fahrzeug-Decoder oder etwaigen Schwungmassen verursachte Bremsverzögerungen auszugleichen. Wenn diese Lok - beispielsweise auf Grund der vom Decoder vorgenommenen Verzögerung - dazu neigt, vorgegebene Bremsrampen oder Haltewege zu überschreiten, erhöhen Sie den Wert für den Bremsausgleich. Die Vorbelegung ist 0, d.h. der Bremsausgleich ist ausgeschaltet."

Dort ist auch beschrieben, wie dieser Wert für den Bremsausgleich ermittelt wird.


Jürgen Freiwald gibt zum Bremsausgleich und seinem Einsatz auf der Anlage noch folgende Hinweise (siehe hier):

Aus technischen Gründen sollte - wenn irgend möglich - ein Zug immer mit derselben Rampe abgebremst werden. Und mit dieser Rampe sollte dann auch der Bremsausgleich justiert werden. Dann funktioniert der Haltevorgang am genauesten.

Wenn es nun auf der Anlage Blöcke gibt, bei denen die Distanzen von der Trennstelle zum Haltemelder mal 3m, mal 2m und mal 1m betragen, so arbeitet man am besten überall einheitlich mit höchstens 1m Rampe. In den 2m-Blöcken trägt man dann als Distanz mindestens 1m ein; in den 3m-Blöcken mindestens 2m.

Wenn z.B. auf der Nebenstrecke nur kürzere Bremsrampen möglich sind, so verwendet man in diesem Anlagenteil kürzere, aber wieder einheitliche Rampen. Bei den Loks, die vor allem auf diesem Anlagenteil fahren, wird dann der Bremsausgleich mit der kürzeren Rampe justiert.

Also:

  • Rampen auf der gesamten Anlage möglichst einheitlich
  • zu lange Rampen vermeiden und bei Bedarf mit Hilfe der Distanz "verkürzen"
  • Bremsausgleich der Loks mit der einheitlichen Standardrampe justieren oder wenigstens mit der Rampe, die für sie am häufigsten angewendet wird


--Digi thomas2003 21:04, 5. Feb. 2010 (UTC)

Dieter Neumann hat dieses Thema in diesem Beitrag mit etwas anderen Worten und mit zusätzlichen Beispielen erklärt:

bei Einmessen des Geschwindigkeitsprofils ermittelt TC wie schnell die Lok in den einzelnen Geschwindigkeitsstufen fährt. Dabei werden aber Effekte wie die Dekoder interne Bremsverzögerung und Schwungmassen nicht beachtet. Dies geschieht beim Ermitteln des Bremsausgleichs. Da die Lok beim Runterbremsen von einer auf die nächste Geschwindigkeitsstufe aber nicht sofort sondern durch die in den CVs eingestellte Bremsverzögerung und Schwungmassen- Effekte immer etwas verzögert reagiert ergeben sich beim Abbremsen Fehler. Die Lok überfährt typischerweise den Haltepunkt mehr oder weniger. Der Bremsausgleich ist dabei der Korrekturfaktor der diese Effekte ausgleichen soll.

Wichtig dabei ist, zu beachten, dass der Bremsausgleich immer nur für eine bestimmte Geschwindigkeit, eine bestimmte Länge der Bremsrampe und eine bestimmte Geschwindigkeit gilt. Nur bei diesen exakten Werten kann man höchste Genauigkeit beim Erreichen des Haltepunkts erwarten.

Deshalb sollte die Ermittlung des Bremsausgleichs mit der Geschwindigkeit gemacht werden aus welcher der Zug typischerweise abgebremst wird. Auch sollte die Länge der Bremsrampe dabei nicht der Länge der Einmessstrecke entsprechen, sonder der Länge der typischerweise verwendeten Bremsrampe. Daraus folgt dann auch die Forderung dass nach Möglichkeit alle Bremsrampen gleich lang sein sollten. Je mehr man von der beim Einmessen verwendeten Geschwindigkeit abweicht, oder von der Länge der Bremsrampe abweicht, desto grösser sind die Streuungen der Haltepunkte von dem konfigurierten Wert.

Da man leider nicht immer an allen Stellen auf der Modellbahn die optimimalen beim Ermitteln des Bremsausgleichs verwendeten Werte für Geschwindigkeit und Länge der Rampe verwenden kann kommt es dort dann zu mehr oder weniger grossen Abweichungen vom Haltepunkt. Man muss hier einen Mittelweg zwischen Genauigkeit und Uniformität bei der Konfiguration gehen. Wenn man aber weiss, worauf man zu achten hat sollte es nicht alzu schwer sein, passende Werte für die Rampen und Geschwindigkeiten zu finden, die nicht zu grosse Streuungen der Haltepunkte ergeben.

In diesem Beitrag hat Herrn Freiwald für jene Kollegen die ihre Lok mit einem Rollenprüfstand einmessen einen wichtigen Hinweis abgegeben!

  • Sie erwähnen nur das Einmessen auf dem Rollenprüfstand.
  • Haben Sie denn auch den Bremsausgleich jeder Lok justiert? Dies ist nämlich mindestens genauso wichtig wie die Messung des eigentlichen Geschwindigkeitsprofils. Und es geht nur auf einer eigens hierfür eingerichtenen Messstrecke. Auf einem Rollenprüfstand oder mit einem anderen Messgerät geht dies prinzipbedingt grundsätzlich nicht - egal, welche Software man einsetzt.
  • Da immer auch der Bremsausgleich ermittelt werden muss, kann man Lokomotiven prinzipiell nicht vollständig mit einem Rollenprüfstand oder anderem Messgerät einmessen :!: Um die Einrichtung einer dafür geeigneten Messstrecke kommt man grundsätzlich nicht herum.
Wohlmannstetter (Diskussion) 08:56, 8. Dez. 2015 (CET)

Änderung in der Version TC9

Zum Thema Bremsausgleich hat Herr Freiwald diesen Beitrag geschrieben.

Wohlmannstetter (Diskussion) 09:49, 6. Okt. 2017 (CEST)